Es gibt Künstler, die sich nicht verändern und sie werden langweilig. Es gibt Sänger, die singen immer das gleiche und das ist ärgerlich. Manfred Maurenbrecher bleibt immer derselbe und das ist wunderbar. Man muss sich einhören in diesen Berliner Blues und dann trägt einen die Tristesse der Melodien in diese „andere Welt“, die er fast beschwörend besingt. Man muss sich an seine Stimme gewöhnen, und dann möchte man sie nicht mehr missen. Da ist nichts Aufgesetztes, Beifallheischendes, das sind einfach ehrliche Lieder eines Sängers, der sich von niemandem verbiegen ließ. Also etwas, das es kaum mehr gibt. Unprätentiös und versponnen, musikalisch von bewundernswerter Schlichtheit, die ihm hierzulande keiner nachmacht. Schön, dass es diesen Maurenbrecher gibt. Ohne ihn würde etwas fehlen, vielleicht sogar eine Spezies aussterben.

Konstantin Wecker über 'GEGENGIFT', April 2002

 




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