Leute, die sich an das erinnern, was sie ohnehin nie erlebt haben; Maurenbrecher bediente sie von hinten und von vorne, reißt sogar ein paar Wohngemeinschafts-Witzchen, läßt sich dafür beklatschen und freut sich drüber, was das Zeug hält. Ein trauriger, weil erbärmlicher Anblick. Schade um diesen Mann. Die Band gibt sich mit Ausnahme des wundervollen Bassisten alle Mühe, überflüssig zu sein. Trommler Udo Dahmen hatte seine Liebe zum Jazzrock noch immer nicht verschmerzt und agierte in der falschen Sparte, Rockpop sollte er nicht versuchen. Der Gitarrero Wagner langweilte mit Jaulgitarre und der Keyboarder hatte eine Georg-Kochbeck-Neurose, die er lieber im Übungsraum verarbeiten sollte. Der Saxophonist Richard Wester, bekannt aus Funk und Fernsehen, sollte eine Pause einlegen oder es vielleicht auch ganz lassen. Keine Note erkämpft, kein Ton wahr, reihte er Phrase an Phrase, betrieb schnittig immergleiches Kunsthandwerk und grinste erfolgsdumm in die Gegend. Trostloses Gebläse, überflüssig, witzlos und tot. Ein Abend für Greise jeden Alters und für alle, die glauben, das Leben fände im Sitzen statt.
(taz Okt. 1986 / Wiglaf Droste)
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